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* ... freireligiös? *




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Was ist freireligiös?

Im Unterschied zur christlichen Lehre haben Freireligiöse eigene Vorstellungen zu Begriffen wie z. Bsp. Erlösung, Gebet, Gewissen, Gott, Leid, Seele, Tod etc.

Freireligiös bedeutet:
* einen anderen Gottesbegriff (immanent statt transzendent),
* einen anderen Religionsbegriff (frei statt dogmatisch),
*  eine andere Ethik (menschlich statt Gott-orientiert).


Häufig gestellte Fragen an Freireligiöse

* Seid ihr auch eine Kirche?

Im Sinne einer christlichen Kirche (Kirche = Leib Christi) sind wir Freireligiösen keine Kirche. Wir sind den Kirchen jedoch rechtlich gleichgestellt.

* Habt ihr Kirchen?
Kirchen im Sinne eines Gotteshauses haben wir nicht. Aber wir haben Versammlungsräume, Gemeindesäle und Feierhallen. Vielen Freireligiösen ist die „freie Natur" ihre eigentliche Kirche.

* Seid ihr eine Sekte?
Nein, wir sind als „Körperschaften des öfftenlichen Rechts (K.d.ö.R.) staatlich anerkannte Religionsgemeinschaften. Wenn Sekten Religionen sind, die den Menschen ihren Verstand austreiben wollen, so sind freireligiöse Gemeinden genau das Gegenteil davon.

* Aus welcher geistigen Richtung seid ihr entstanden? 
Im 19. Jahrhundert sammelten sich freiheitsliebende
protestantische „Lichtfreunde" unter dem Spruch „Frei sei der Geist und ohne Zwang der Glaube". Dazu kamen kritische und Rom-feindliche Katholiken, Männer und Frauen aus allen Volksschichten. Ihnen schlossen sich die Vorkämpfer für politische und bürgerliche Freiheiten sowie für ein geeintes und demokratisches Deutschland an; sie alle erstrebten eine von Aberglauben, Furcht und Dogmen befreite Religiosität.

* Glaubt ihr an Gott?
Es gibt unter den Freireligiösen Agnostiker, Atheisten und Pantheisten; den personalen Gottesbegriff lehnen nahezu alle ab. Versteht man aber unter Gott die Kraft, die in allem wirkt, gar das umfassende Leben selber, so lautet die Antwort bei den meisten Freireligiösen „ja". Ein bestimmter, klar zu definierender Gottesglaube ist für Freireligiöse nicht verbindlich.

* Habt ihr einen Gottesdienst?
Wir haben Feierstunden, die zur Erbauung, zur Information oder zur Stärkung der Religiosität dienen.

* Was ist für euch Religion?
Religion ist ein bestimmtes, persönliches Verhalten zum Leben und zu den Menschen. Religion hat mit Sinngebung, Selbstwerdung und Reifung zu tun. Religion ist für uns nicht festgelegte Forderung, etwas bestimmtes zu glauben, sondern Ehrfurcht, Erstaunen und Einssein. Sie hat auch zu tun mit der Fähigkeit des Menschen, über sich selbst hinaus zu denken, zu fühlen und zu handeln. Freie Religion ist nicht an eine bestimmte Lehre oder Offenbarung, an heilige Bücher oder Religionsstifter gebunden, sondern ereignet sich im einzelnen Menschen selbst.

* Warum „freie" Religion?
Wir sind frei in der Religion, aber nicht frei von Religion. Religiosität ist eine Grundbestimmung der Menschen, die sich in unendlich vielen Formen äußert. Frei sind wir deshalb, weil wir nicht dogmatisch gebunden sind, sondern auch anderen Einsichten und Weisheiten offen gegenüberstehen.

* Was bedeutet euch Jesus?
Jesus ist neben Mohammed, Buddha, Sokrates usw. einer unter vielen maßgebenden Menschen, die unsere Kultur entscheidend beieinflussten. Er nimmt in unserem Denken keinen besonderen Platz ein. Einige Freireligiöse zweifeln an seiner geschichtlichen Existenz.

* Was bedeutet euch die Bibel?
Sie ist ein interessantes literarisches Werk voller Legenden und Sagen. Sie enthält viele Lebensweisheiten und Lehren, die unsere Kultur entscheidend prägten. Als religiöses Werk stellen wir sie anderen heiligen Schriften gleich. Sie ist für uns kein besonderes Buch.

* Habt ihr auch so etwas wie die „Zehn Gebote", nach denen ihr euer Tun ausrichtet?
Wir glauben, dass das Gute um seiner selbst willen gut ist, und dass es nicht darauf ankommt, ob ein Gott etwas als „gut" festsetzt. Jeder Mensch ist seinem Gewissen verantwortlich und der Gemeinschaft verpflichtet.

* Was sind eure höchsten Werte?
Menschlichkeit, Duldsamkeit, Naturverbundenheit sowie alle weiteren Werte, die ein Leben im Einklang mit der Natur ermöglichen.

* Gibt es bei euch Sünde?
Das freireligiöse Menschenbild ist durch Entscheidungs- und Wahlfreiheit des Menschen gekennzeichnet. Er ist für sein Tun (auch für sein Nicht-Tun) selbst verantwortlich. Wir können uns bemühen, eine begangene Schuld wieder gut zu machen.

* Gibt es bei euch eine Taufe?
Ja, im Sinne einer Lebens- oder Namensweihe, wobei das Kind in die Gemeinschaft aufgenommen wird. Taufe im christlichen Sinne als Reinigung von der Erbsünde gibt es nicht.

* Was ist die Jugendweihe?
Die Freireligiöse Jugendweihe ist die feierliche Begleitung des Kindes beim Schritt zum Erwachsenenwerden und die Aufnahme des Jugendlichen als selbstständiges Mitglied der Gemeinde.

* Glaubt ihr an ein Leben nach dem Tod?
In seinen Werken, Taten und in seiner Familie lebt der Mensch weiter. Die jeweilige Vorstellung, was genau geschieht, muss jedem Einzelnen überlassen bleiben. An eine „Auferstehung des Fleisches" im christlichen Sinn glaubt kein Freireligiöser. Die Erde wird nicht als eine Durchgangsstation auf dem Weg in ein besseres Leben nach dem Tod begriffen, sondern als Heimat, die uns Geborgenheit geben kann.

* Gibt es bei euch Trauerfeiern?
Ja, sie sind in erster Linie ein Dienst für die Hinterbliebenen. In der Trauerfeier wird Trost gespendet und gezeigt, dass Leben und Tod eine Einheit im unendlichen Kreislauf des Geschehens in der Natur sind.

* Welche Feste feiert ihr?
Die Feste, die der Jahreslauf vorgibt; Weihnachten als Wintersonnenwende und Sommersonnenwende sind hierbei die Eckpfeiler. Weiterhin gehören die Feste dazu, die den Menschen auf seinem Lebensweg begleiten.

* Welches Verhältnis habt ihr zu anderen Religionen?
Wichtig ist für uns das friedliche Miteinander aller Religionen, weil die verschiedenen Religionen uns die unterschiedlichen Wege der Menschen zu ihrem Ziel darstellen. Wir missionieren nicht und wollen nicht überreden; wer sich bei uns wiederfindet, ist jederzeit willkommen.

* Betet ihr auch?
Freireligiöse können auch beten, wenn damit die Besinnung auf das eigene Selbst gemeint ist. Sie beten eher nicht, wenn damit das christliche Gebet im Sinne der magischen Beeinflussung der Gottheit durch Bitten, Flehen, Schmeicheln oder Verhandeln gemeint ist.

* Woran glaubt ihr?
Freireligiöse haben kein Glaubensbekenntnis. Die meisten Freireligiösen glauben jedoch,
- dass der Mensch ein Teil der Natur ist,
- dass das Leben des Menschen einmalig ist,
- dass der Mensch lebt, um glücklich zu sein,
- dass der Mensch in sich die Fähigkeit hat, gut oder böse zu sein,
- dass der Mensch das Recht hat, frei zu sein.

(entnommen aus dem Buch von Pfarrerin Elke Gensler: Freie Religion für Einsteiger)

In Abwandlung einer indischen Religionsweisheit könnten Freireligiöse sagen:
„Gott" schläft als Stein
atmet als Pflanze,
träumt als Tier und
erwacht als Mensch.



Sinnbild Sonnenkreuz
Das Sonnenkreuz, auch Sonnenrad genannt, ist das uralte Symbol für Ganzheit. Die Vierheit (Quaternität) gilt als menschliches Einteilungsprinzip für die Ganzheit.

Freireligiöses Sonnenkreuz
Das freireligiöse Sonnenkreuz oder Sonnenrad steht als Sinnbild für den Jahreslauf der Sonne mit den vier Wendepunkten (vier Jahreszeiten) genauso, wie für den menschlichen Lebenslauf mit den vier Phasen von Kindheit, Jugend, Erwachsensein und Alter. Damit symbolisiert sich Werden und Vergehen in der Drehbewegung des Rades. Entsprechend zeigt sich dem Menschen das Wesen der Natur als ein immerwährendes Werden und Vergehen. Der Mittelpunkt im Radkreuz, um den sich alles bewegt, kann symbolisch als der Ort für das Ewige, Unvergängliche gedeutet werden.

Alles geht,
alles kommt zurück;
ewig rollt das Rad des Seins.
Alles stirbt,
alles blüht wieder auf,
ewig läuft das Jahr des Seins.

Alles bricht,
alles wird neu gefügt;
ewig baut sich das gleiche Haus des Seins.
Alles scheidet,
alles grüßt sich wieder;
ewig bleibt sich treu der Ring des Seins.
Friedrich Nietzsche:
Also sprach Zarathustra
 

* Siehe auch:
 „
Grundgedanken" der Freireligiösen Gemeinde Mainz,
beschlossen durch den Gemeinderat als Anlage zur Präambel der Gemeindeverfassung.

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.  

*  Freireligiöse Feste und Feiern

Feste und Feiern gehören zum ältesten Kulturgut der Menschheit und werden in allen Religionen begangen.

Hochzeitsschmuck

Die Religiösen Feste wie Weihnachten, Ostern. Taufe, Hochzeit, Jugendfeier und Bestattung sind allesamt älter als das Christentum.

Weihnachten

Freireligiöse Feste sollen
- zur Besinnung aufrufen,
- das Innerste des Menschen anrühren,
- die freireligiöse Haltung deutlich machen.

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 Freireligiöse Bewegung

Die Freireligiöse Bewegung entstand Mitte des 19. Jahrhunderts in der Zeit des politischen Vormärz aus dem Deutschkatholizismus und den ursprünglich protestantischen Lichtfreunden. Unmittelbarer Auslöser war 1844 ein offener Brief des katholischen Priesters Johannes Ronge an Wilhelm Arnoldi, den Bischof von Trier, gegen die Ausstellung des „Rocks Christi", einer Reliquie, die er als Götzenfest anprangerte. Dieser offene Brief wurde vielfach nachgedruckt und gelesen.

Ronge-Brief als Tuch(Tuch: Museum Freirel. Gem.Ludwigshafen)

In der Folge gründeten kritische Geistliche beider Konfessionen neue, freie Gemeinden, wohl im Geiste der bürgerlichen Emanzipationsbewegung in der Zeit der Märzrevolution. (aus Wikipedia)
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  Literatur

Bücher und Informationsbroschüren zum Thema „Freie Religion" und über unsere Gemeinde finden Sie auf unserer Literaturseite.

Freie Religion für Anfänger



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