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Newsletter und Videos 2020



Newsletter Nr. 18            18. Dezember 2020

" Markt und Straßen stehn verlassen..."  

in diesem Jahr doch etwas anders, als Eichendorff es in seinem bekannten Weihnachtsgedicht meinte.

 

Die Wintersonnenwende im Jahreslauf findet trotzdem statt und wir nähern uns dem 21. Dezember. Die "Humanistische Gemeinschaft Hessen" lädt morgen zu einer digitalen Sonnenwende mit Landessprecherin Christiane Friedrich ein:

 

Wintersonnenwende am Samstag, 19.12. um 17.30 Uhr

 

Eine weitere weihnachtliche Ansprache der Freireligiösen Gemeinde Idar-Oberstein von Pfarrerin Victoria Rittmann erwartet Sie unter:

  

Wintersonnenwende Victoria Rittmann, Idar-Oberstein

 

Wenn wir dafür sorgen, dass über die Feiertage möglichst nicht mehr Personen anwesend sind als Kerzen auf dem Adventskranz,  haben wir es selber in der Hand, dass die „Stille Nacht“ für einige Menschen nicht die letzte ihres Lebens wird. Die Debatten über die Freiheit, bzw. die sehr eingeschränkte  Freiheit wie wir sie jetzt erleben, verweisen ja auch auf das Wesen von Freiheit: nämlich dass sich "Bürger" von "Untertanen" darin unterscheiden, dass Bürger nicht auf Befehle von oben warten, sondern Verantwortung selber übernehmen. Für sich und für andere.

 

"... und Friede auf Erden"  sangen die Engel bei Jesu Geburt. Diese hoffnungsfrohe Botschaft, jedes Jahr aufs neue von den Kanzeln verkündet, lädt natürlich zu ketzerischen Gedanken ein: das Christfest mit  seiner humanen Botschaft hat bis jetzt zu keiner Neuorientierung und zur Abkehr von Inhumanität  geführt. Es bleibt die Erkenntnis,  dass das Weihnachtsfest bis jetzt nicht zu einer menschlicheren und friedlicheren Welt beigetragen hat. Das ist die nachdenklich stimmende Bilanz einer Religion, die sich selbst als Rettung versteht und die Geburt des Retters zu Weihnachten feiert.

 

Doch die Hoffnung bleibt. Weihnachten bedeutet für eine Freie Religion nicht die  Ankunft Gottes, sondern die des Menschen. Jeder Mensch bringt  auf seine ganz besondere Weise etwas Licht in die Welt. Dabei fragen wir nicht nach Konfession  und Glauben. Vielmehr:  "Gemeinsam werden wir Licht". Dieses Motto stand in der Berliner "langen Nacht der Religionen" als Thema über dieser Veranstaltung, die mit einem beeindruckenden Kurzvideo eingeleitet wurde:

 

Gemeinsam werden wir Licht (Video)

 

Menschen unterschiedlicher Religionen tragen ein Licht. Bei dem dialogischen Miteinander geht wohl darum, dass sich unterschiedliche und fremde Welten gemeinsam auseinander setzen, sich bekannt machen. In  manchen Punkten bleiben sie sich  womöglich auch fremd. Diese Restmenge kann und soll nicht aufgelöst werden. Sie ist im Zusammenleben "ein Stachel im Fleisch". Ein Stachel mit dem es gilt, leben zu lernen.  Und wo dieser Stachel einmal die Menschenrechte berühren sollte, muss eingegriffen werden.

 

Globale Lichtblicke sind in dieser krisengeschüttelten Zeit durchaus zu erspähen: es gibt einen Präsidentenwechsel in den USA und es gibt einen Impfstoff. Das sagt doch, dass die Menschheit weder Demagogen noch Pandemien hilflos ausgeliefert ist. Die Menschen haben ihr Schicksal selbst in der Hand. Eine durchaus freireligiöse Feststellung.  Die Lichtblicke ermutigen und erscheinen als hoffnungsvolle  Botschaft für Weihnachten. Ein besonderes Weihnachten. Wir stellen  etwas wehmütig fest, wie wichtig uns diese Feste im Jahreskreis sind. Ebenso zeigt sich gerade in der Krise, wie wichtig auch persönliche Feiern als Rituale im Lebenskreis sind. Feste, die im Moment nur sehr eingeschränkt möglich sind.

 

Als literarische Weihnachtbotschaft habe ich mir einen Vers von Bert Brecht, der wohl eher religiös unmusikalisch war,  ausgesucht:

 

Traue nicht deinen Augen.

Traue deinen Ohren nicht.

Du siehst Dunkel -

vielleicht ist es Licht.

 

Das könnte meinen: Voller Hoffnung aufgebrochen sein, und im nächsten Moment im finstern Tal wandern, unter einer Decke von Trauer und Angst sein - und plötzlich ist die schwarze Decke weg. Licht! Plötzlich  hilft uns ein Wort, eine einzige Erinnerung wieder auf.

In dieser Zeit ist es vielleicht die Erinnerung an vergangene Weihnachtsfeste - vielleicht gar  die aus der Kindheit, als alle noch zusammen waren. Sie haben Ihre eigenen Erinnerungen, die Ihnen Licht bringen.

 

 

Etwas weniger poetisch nun noch ein Hinweis auf weitere literarische Kostbarkeiten: Michael Sommer hat auf seinem Kanal "Sommers Weltliteratur to go" Weltliteratur mit Playmobil-Figuren sehr sehr  knapp zusammengefasst. Das Ganze mit "viel plattem Humor" - so sagt er selbst. Sein Playmobil-Ensemble stellt - das passt in diese weihnachtliche Zeit - u.a. "Eine Weihnachtsgeschichte" von Charles Dickens dar. Es geht um den skrupellosen Geschäftsmann Scrooge, der  Weihnachten verabscheut, aber dann ...  (dauert knapp 8 Minuten)

  

Charles Dickens: Eine Weihnachtsgeschichte

  

Meine Kurzbesinnung stammt aus einem Weihnachtsbrief aus dem Gefängnis (also keinem komfortablen Lockdown)  im Jahr 1917:

 

   Kurzbesinnung Gensler

 

Feiern Sie das Weihnachten, das gut und gesund für Sie und Ihre Lieben ist,

das  wünscht

 

Elke Gensler

 

                           

 

         Impression aus der Feierhalle der Freireligiösen Gemeinde Mainz

                                   unsere Silvesterfeierstunde fällt leider aus

 

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Newsletter Nr. 17            1. Dezember 2020

Freund, so du etwas bist,

so bleib nur ja nicht stehn,

man muss von einem Licht

fort ins andre gehn.

 

Diese Worte des Angelus Silesius  passen in diese adventliche Zeit.

 

Advent - so lese ich im "ABC der Freien Religion" (Freireligiöse Verlagsbuchhandlung Mannheim) - heißt  "Ankunft" ... Freireligiös gesehen ist Advent die Zeit vor der Ankunft der Wintersonnenwende, seit uralter Zeit mit reichem Brauchtum versehen, um sich auf das Ende des Alten und den Beginn des Neuen gebührend einzustellen.

 

Das Licht unseres  traditionellen Wintersonnwendfeuers wird hoffentlich wieder im nächsten Jahr lodern. Wegen der Pandemie fällt  unsere geplante Feier zur Wintersonnwende am 13. 12. in Nauheim leider aus.

 

In diesem Jahr muss das Licht nicht nur die äußere Dunkelheit erhellen, sondern auch die Gemüter.

 

Bereits im September haben die Unitarier in Berlin ein Video anlässlich  der "Langen Nacht der Religionen" vorgestellt. In diesem Video spielt  das LICHT als Bestandteil unitarischen (und auch freireligiösen) Glaubens eine zentrale Rolle:

 

Video LICHT der Unitarier Berlin

 

 Freireligiöse haben ein besonderes Verhältnis zur Natur. Der freireligiöse Schriftsteller Bruno Wille (1860-1928) sprach gar vom "heiligen Wald".  Ein ganz spezielles Vorweihnachtsgeschenk folgt deshalb hier: Vielleicht wollten Sie immer schon mal in die sehr fremd klingenden Geräusche eines Waldes in Neuseeland oder Australien oder Skandinavien oder ... eintauchen. Also, ab in den Wald. Wenn Sie auf folgenden link klicken, können Sie dem Rauschen und Rascheln von Wäldern aus aller Welt lauschen:

 

Waldgeräusche aus aller Welt

  

Freireligiöse sind seit ihren Anfängen gern wissenschaftsgläubig. Innerhalb der Philosophie gibt es eine geistige Haltung, die sich kritischer Rationalismus nennt und sich so zusammenfassen lässt: Wissenschaftliche Theorien lassen sich nicht beweisen, sondern nur widerlegen. Das meint ganz einfach, dass wissenschaftlicher Fortschritt nicht durch Einsicht, sondern nur durch Fehler stattfindet. Demnach gibt es kein absolutes Wissen, sondern nur die SUCHE nach besseren Welterklärungen. Also: Nichts kann so heilig sein, dass es sich nicht vernünftig-kritisch hinterfragen ließe. Ein Vertreter des kritischen Rationalismus ist der Philosoph  Hans Albert, zu dessen 99.Geburtstag in diesem Jahr das "Hans-Albert-Institut" gegründet wurde. Dieses hat soeben eine Schrift ihres Namengebers neu veröffentlicht, die kostenlos herunter geladen werden kann:

 

Leidenschaft zur Vernunft

 

Die aktuelle Situation zwingt viele Menschen auf der ganzen Welt, zu Hause zu bleiben. Zeit, Geschichten zu hören. Das Projekt „Zeit zuzuhören” des "Goethe-Instituts" bietet eine Sammlung von Geschichten – erzählt von Erzähler*innen aus allen Bereichen der Kunst, von überall auf der Welt. Die Orte, an denen sie sich befinden und erzählen, haben wir nie bereist. Die Kulturen, in denen sie leben, kennen wir nicht. Aber ihre Geschichten verbinden uns. Weil sie von etwas handeln, das wir kennen: Gefühle, Erfahrungen, Hoffnungen. Oder auch etwas, das uns fremd ist, uns neugierig macht. Und unseren Horizont nicht nur erweitert, sondern vielleicht berührt. Suchen Sie sich doch einfach eine oder mehrere Geschichten aus:

 

Zeit zuzuhören

 

 

Hier in Mainz hatten wir heute Morgen schon den ersten Schnee (ist leider schon wieder weg!). Deshalb: Ein jahreszeitliches Gedicht von Eva Strittmatter, gelesen von dem Schauspieler Fritz Stevenhagen möchte ich Ihnen gern mitgeben:

 

Vor einem Winter

 

Auf der gleichen Seite findet sich eine bemerkenswerte Lyriksammlung, die Stevenhagen schon eingelesen hat : lange und kurze Gedichte, traurige und lustige etc. sortiert nach Dichtern von A-Z, jeweils mit Text.

 

 

Ein Wort noch zu einem anderen Thema: Anstand. Vielleicht ist es eine Sache des Alters, dass ich ihn bisweilen vermisse. Zum Glück bin ich damit nicht allein. Axel Hacke, der kluge und humorvolle Kolumnist der "Süddeutschen Zeitung" ,hat ein ähnliches Problem, wenn er sagt "Ich glaube, dass die meisten Menschen ein Gefühl dafür in sich tragen: einen Sinn dafür, wie es ist, nicht allein auf der Welt zu sein, und was man dafür tun muss, dass man vernünftig mit anderen zusammen lebt. Ich glaube es immer noch. Aber es gibt ein paar Zweifel."  Diese Zweifel formulierte er in seinem Buch "Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen" . Ein Plädoyer für den anständigen Umgang miteinander. Geschrieben ohne moralischen Zeigefinger, aber klar und unmissverständlich. Eine kurze Lesung von Axel Hacke gibt es hier

 

Lesung von Axel Hacke über den Anstand

 

Haben Anstand und Demut noch einen Wert? In meiner Kurzbesinnung erinnere ich an einen historischen Kniefall vor genau 50 Jahren.

 

 


 

   Kurzbesinnung Gensler

 

Mit guten Wünschen  für eine besinnliche Vorweihnachtszeit

 

Elke Gensler

 

 

 

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Newsletter Nr. 16            13. November 2020

Der November hat keinen guten Ruf.

 

Draußen wird es wieder früh dunkel, welke Blätter auf dem Gehweg und kalter Sprühregen tun das ihre. Ein Monat wie eine Trauerkarte. Und Trauer ist ein Thema, das zu diesem Monat irgendwie dazugehört. Leider fällt in unserer Gemeinde die traditionelle Feierstunde "Zum Totengedenken" coronabedingt aus, genauso wie unser Gesprächskreis mit Film. Einen Film, den ich gern vorgestellt hätte, lege ich Ihnen auf diesem Weg an's Herz. Mit einem Klick können Sie ihn in der Mediathek sehen:

  

DER BAUM Spielfilm Frankreich/Australien 2010

 

Worum geht es in diesem Film? Familie O'Neil trauert um den Vater Peter. Seine Witwe Dawn und die vier gemeinsamen Kinder suchen eigene Wege, mit dem Verlust umzugehen. Die achtjährige Simone fühlt sich ihrem toten Vater durch einen alten Baum verbunden. Dieser soll jedoch bald gefällt werden ... Eine Familiengeschichte mit Charlotte Gainsbourg - voller Gefühl, aber frei von Kitsch und Pathos. Der Film lief 2010 in Cannes und war unter anderem für drei Césars nominiert.

 

Das freireligiöse Totengedenken  der Landesgemeinde Pfalz (gestaltet von Landessprecherin Marlene Siegel) auf dem Ludwigshafener Hauptfriedhof wird  wegen Corona ins Netz verlegt. Der Link zum Video auf YouTube wird ab Sonntag, dem 22.11. 2020 auf der Homepage der Landesgemeinde veröffentlicht unter     LINK

 

 

Auf der Seite  endlich      sprechen zwei Frauen über den Tod. So heißt es dort:

Wir sind Susann und Caro. Irgendwann haben wir angefangen, uns mit dem Tod auseinanderzusetzen. Weil wir auf Grund von persönlichen Erfahrungen nicht drumherum kamen. Und während wir das taten, haben wir gemerkt, dass es eine gute Art gibt, über Tod, Trauer und Sterben zu reden. Nicht vorsichtig, angestrengt oder betroffen, sondern selbstverständlich: mal ernst, mal traurig, manchmal auch lustig – wie über’s Leben eben auch. Genau das machen wir hier. Jeden Monat mit einem Gast und mit Euch: endlich.

Die beiden bieten u.a. auch verschiedene  Internetseiten zum Thema Tod/Sterben an. Manchmal freilich etwas unkonventionell :    das mögen wir

 

 

Eine ganz andere Art von Abschied wird durch einen Gesetzentwurf im Bundestag angestrebt:

Wer meint, mit seinem Kirchenaustritt persönlich kein Geld mehr an die Kirchen zu liefern, liegt mit diesem Glauben daneben. Alle Steuerzahler unterstützen die Kirchen mit ca. 550 Millionen Euro pro Jahr. Warum und wofür? Seit 1803 zahlen die Länder den Kirchen Staatsleistungen für erlittene Rechtsverluste und Vermögenseinbußen durch die Säkularisationsprozesse vor 200 Jahren. D. h. wir alle entschädigen die Kirchen für Enteignung und Säkularisierung kirchlicher Güter.  Die Bundestagsfraktionen von FDP, Linken und Grünen legten nun einen Gesetzesentwurf vor, um eine Ablösung dieser Staatsleistungen zu erwirken. Das Thema wurde vertagt. Näheres hier:

  

Staatsleistungen an die Kirchen

 

Der 9. November ist ein besonderes Datum in der deutschen Geschichte. Unter anderem wurde der deutschkatholische Revolutionär Robert Blum an diesem Tag im Jahr 1848 in Wien erschossen. Daran erinnerte Bundespräsident Steinmeier diese Woche in einer Rede, die er anlässlich der Einweihung des „Robert-Blum-Saals" im Schloss Bellevue in Berlin hielt. Video oder Text finden Sie unter:

 

Bundespräsident Steinmeier über Robert Blum

 

Wir erinnern uns gern an die Aufführung der „Robert-Blum-Revue" vor einigen Jahren. Den Text dazu und weitere Beiträge, Dokumente, Bilder etc. sind in einem Buch von Anke Reuther (Hrsg.) versammelt:

„Robert Blum - Auf dem Theater des Lebens” Berlin 2011

 

 

 

Gedanken/Gedenken an die, die nicht mehr bei uns sind, sind Thema eines Textes aus einem jüdisch-reformierten Gebetsbuch:

 

  Kurzbesinnung Gensler

 

Ich wünsche Ihnen Gesundheit und Behütetsein vor allen Gefahren und Ängsten des Alltags

 

Elke Gensler

 

 

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Newsletter Nr. 15            3. November 2020

Wissen Sie, was eine Re-Gnose ist?

 

Eine Re-Gnose ist das Gegenteil von Pro-Gnose und meint, dass man gedanklich von der Zukunft aus in die Gegenwart schaut. Also z.B. vom nächsten Sommer 2021 auf diesen Herbst/Winter 2020. Der  Zukunftsforscher Matthias Horx entwickelt interessante Gedankenspiele und Hoffnungen zu einem Thema, das uns wohl noch lange begleiten wird. Erfrischend ist, dass es uns wegführt von den Diskussionen zwischen Virologen und Politikern und gefühlt 80 Millionen selbsternannten Experten (nämlich WIR). Horx spricht in einem spannenden Podcast (leider ist die Telefonleitung etwas gestört) über eine Welt, in der wir trotz Corona gern leben wollen:
Matthias Horx über die Zukunft nach Corona

Religion hat es auch immer mit ethischen Fragen zu tun. Dazu gehört im Moment die Frage, wer zuerst geimpft werden sollte, wenn voraussichtlich im nächsten Jahr Impfstoff gegen Covid 19 zur Verfügung steht. Er wird nicht für alle reichen. Aber er sollte gerecht in der Welt verteilt werden. Medizin-Ethiker haben ein schlichtes aber faires Modell vorgestellt, in dem es gilt     "... erstens den Schaden zu begrenzen, indem Menschenleben geschützt werden, zweitens den Benachteiligten, die kaum Schutz haben, dabei Vorrang zu geben. Und drittens alle Menschen unabhängig von Faktoren wie zum Beispiel Geschlecht oder Religion als gleich zu betrachten.‘“ (Quelle Fachblatt "Science"). Vielleicht aber naht eine einfachere Lösung: Es sieht so aus, dass sich die meisten Menschen zunächst gar nicht impfen lassen wollen.

Distanz ist das Gebot der Stunde. Ich rücke automatisch ab, wenn mir jemand zu nahe kommt. Blicke mich sehr vorwurfsvoll um, wenn die Bodenmarkierung  vor den Kassen nicht beachtet wird. Oder wenn ich neben mir jemanden beim Vorbeijoggen laut schnaufen höre und ich fast körperlich gestreift werde. Distanz verschafft mir auch Raum für meine Gedanken und jahreszeitliche Verse von Hermann Hesse kommen mir in den Sinn: "Seltsam, im Nebel zu wandern... kein Mensch kennt den andern, jeder ist allein..."  Was macht das Distanzgebot auf Dauer mit uns?

Distanz  weist auch schmerzlich auf Distanzen hin, die immer schon da waren - auch vor Corona. Zum Beispiel auf Menschen, die gestorben sind, denen ich nie wieder begegnen werde und die ich vermisse. Der Monat November lädt ein, darüber nachzudenken.

Etwas lustiger ist ein Kurzvideo aus der Schweiz.Hier wird das Thema Distanz  in zwei Minuten filmisch dokumentiert:
Vom Rednerpult bis zur Kaffeepause

Vor kurzem erschien die Enzyklika des Papstes über 
Die Brüderlichkeit aller Menschen

Welche Bedeutung hat eigentlich die „Brüderlichkeit“? Also jene säkulare Spiritualität, die alle Menschen verbindet? Brüderlichkeit (die Schwestern sind wohl wieder mit gemeint) verweist ja auf die enge Verbundenheit, das Mitfühlen und das Besorgt sein um den anderen.  Der Philosoph Ernst Bloch hätte wohl Brüderlichkeit in seiner Sprache mit „Wärmestrom“ übersetzt. Vor dem Hintergrund des Umgangs der katholischen Kirche mit manchen ihrer Brüder oder Schwestern in der Vergangenheit kommt die Forderung durch Papst Franziskus eventuell ein paar Jahrhunderte zu spät...

Meine Kurzbesinnung beschäftigt sich mit den Gefühlen, die den einen oder die andere in dieser Zeit beschleichen:   
  Kurzbesinnung Gensler

Sie wissen ja:

Zuversicht

 

Wählen Sie den richtigen Griff.

Das wünscht Ihnen

 

Elke Gensler

 

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Newsletter Nr. 14            23. Oktober 2020

Der Herbst kommt, Corona bleibt.

 

Eng zusammen sitzen und fröhlich feiern ist im Moment nicht angesagt. Auf dem Sofa kann es auch nett sein, z.B. mit Videos aus dem humanistisch-aufklärerischen Spektrum. Auf der Seite von "Aufklärung21"  sind Zweifelnde nicht schlecht aufgehoben. Sie werden mit Informationen bedient und per link weiter verwiesen. Hier geht es zu Filmen, Vorträgen, Interviews, Musik etc. aus verschiedenen Bereichen:

 

 Videothek Aufklärung21

  

"Halleluja! Keine Masken!" titelte der “Spiegel”. Freikirchen, das ist inzwischen bekannt, sind ein Hotspot für Infektionen. Ihre Prediger verbreiten Verschwörungsmärchen über das Virus. Die Mitglieder glauben nicht an das Corona-Virus, da sie es  für eine diabolische Erfindung halten. Sie lehnen Masken ab.

 

" Da infizieren sich Leute, die an etwas glauben, was es nicht gibt, mit etwas, das es gibt, an das sie nicht glauben"

 

 Diese Twitterperle bekam ich letztens von einem Mitglied unserer Gemeinde. Tragisch, dass wir Freireligiösen manchmal mit evangelikalen Freikirchlern - die das Gegenteil von frei sind - verwechselt werden.

 

Der Religionswissenschaftler Michael Blume spricht  von einer umgedrehten Religion: „Das Thema Verschwörungsglauben kann man sich tatsächlich vorstellen wie eine umgedrehte Religion. In einer Religion oder Weltanschauung lernen wir eigentlich, an gute Mächte zu glauben: Götter, Engel, Vernunft, Menschenrechte. Im Verschwörungsglauben glauben Leute an die Weltherrschaft böser Mächte.“

 

Einen authentischen Insiderbericht von einem Aussteiger aus einer Freikirche liefert Bernd Vogt: Ein mutiges Buch, das berührend und humorvoll zeigt, was es bedeutet, in einer von Verschwörungsmythen geprägten, hermetisch abgeriegelten Glaubenswelt aufwachsen zu müssen.
Hier die Verlags-Website zum Buch:

Missbraucht im Namen des Herrn

 

Die beginnende dunkle Jahreszeit mit ihren traurigen Feiertagen lädt ein, über Leben und Tod nachzudenken.

Wer bestimmt über das Leben? Haben wir die Verpflichtung leben zu müssen? Jüngst gab es eine aktuelle Debatte des Ethikrates um den begleiteten Suizid in Deutschland. In einem Interview spricht der Autor, Journalist und Jurist Prof. Heribert Prantl über Selbstbestimmung und Sterbehilfe:

 

Heribert Prantl über Sterbehilfe

 

Was können wir tun, um die Welt, wie wir sie kennen, zu bewahren? Vor lauter Corona-Nachrichten haben wir den Klimawandel etwas vergessen. Die Mainzer Universität versammelt ab Dienstag 3.11. um 18.15 Uhr wöchentlich  in einer Online-Vorlesungsreihe Fakten, Analysen und Modelle zum Thema aus verschiedenen Wissenschaftszweigen. Natürlich auch gern für Nicht-Mainzer: 

 

Studium Generale Klimawandel und Wissenschaft

 

Aufgrund der aktuellen Situation ist es fraglich, ob in der nächsten Zeit die geplanten Feierstunden (manchmal auch "Weihestunden" genannt) in unserer Gemeinde statt finden werden.

Zum Abschluss gibt es heute keine Besinnung von mir, sondern eine kurze "Gastfeierstunde" von meinem Kollegen, dem Pfarrer der Frei-religiösen Gemeinde Offenbach Pascal Schilling zum Thema:

 

  Was bedeutet eigentlich Weihestunde?

 

Herzliche Grüße

 

Elke Gensler

 

 

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Newsletter Nr. 13    
       1. Oktober 2020


Demokratie?

Wer das sog. TV-Duell verfolgt hat, ahnt, dass die Demokratie in den USA allmählich zu verschwinden droht. Dieses Verschwinden ist kein Naturereignis sondern von vielen so gewollt (auch von Trump). Damit stehen in den USA erstmals nicht nur zwei Kandidaten zur Wahl, sondern die Demokratie selbst.

 

Erntedank!

Eines der ältesten Feste, das aus vorchristlicher Zeit stammt.

Es lädt ein, über Dankbarkeit und unser Essen nachzudenken, z.B. was Menschen aus der ERNTE machen. Wie wird weltweit Essen erzeugt und gehandelt?  Die Musik des bald 70jährigen Sängers Sting hat dazu einiges zu sagen. Sie überspringt Grenzen und verbindet sich mit vielen Kulturen. Mit einem seiner Lieder weitet Sting den Horizont des Erntedanktages. Es macht bewusst: Unser Essen kommt aus der ganzen Welt. Es gibt nur eine Welt - und diese eine Welt  ist genug für uns alle:

 

one world is enough - not three

 

In dem Lied aus dem Jahr 1981 - damals sprach man noch von der 3.Welt - heißt es:

„Eine Welt, das ist genug für uns alle. Das ist ein Thema, das wir selten erwähnen. Aber wenn wir es tun, dann mit dieser kleinen Erfindung: wir tun so, als wäre ihre Welt weit weg von uns. Die Dritte Welt atmet morgen unsere Luft. Wir leben von der Zeit, die wir uns leihen. Aber in unserer Welt ist keine Zeit sich darum Sorgen zu machen. In ihrer Welt gibt es dagegen kein Morgen. Es mag so aussehen, als sei sie eine Million Meilen weit weg. Aber sie kommt jeden Tag ein Stückchen näher.“

 

DANKBARKEIT ist das andere Stichwort des Erntedank.

Ein ehemaliger Kollege hielt eine  Erntedankfeierstunde mit dem Titel „Dankbarkeit -  wozu und an wen?“ . Dieser Titel hat mich nie losgelassen. Genau wie ein ergänzender Denkanstoß zum Thema :

 

„ Am schmerzlichsten ist,

dass der Atheist keine Adresse für Dankbarkeit hat“.

 

Statt tief schürfender philosophischer Überlegungen bietet der Humorist und Arzt Eckhart von Hirschhausen zwei Darreichungsformen von Dankbarkeit an:

 

"Es gibt zwei Darreichungsformen: Dankbarkeit akut und Dankbarkeit forte. „Akut“ bedeutet: ich kann jemanden in dem Moment dankbar sein, in dem ich Hilfe bekomme und sich jemand ins Zeug gelegt hat, ohne an sich zu denken.

 „Forte“  heißt: Dankbarkeit als Grundhaltung dem Leben gegenüber, wenn ich staunend die Schönheit der Natur erkenne, mir der Kostbarkeit und Endlichkeit des Lebens bewusst werde oder einfach einen Moment lang spüre, dass es mir gerade verdammt gut geht."

 

Mit dem vergangenen besonderen Sommer und Dank dafür beschäftigt sich meine


   Kurzbesinnung


 

Ihren persönlichen Dank können Sie einfach hier einwerfen:

 

Dankbriefkasten

 

 

Ich wünsche Ihnen das Gefühl von  "Dankbarkeit forte"

und grüße

 

Elke Gensler

 

 

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Newsletter Nr. 12            22. September 2020

Sie kennen Anke Engelke?

Die Moderatorin und Schauspielerin hat sensible Reportagen zu Themen wie "Glück" oder "Angst" gedreht und ist seit vielen Jahren als TV-Comedian bekannt. In einer neuen Netflix-Serie spielt sie die tragisch-komische Rolle der Trauerrednerin Karla. Einen kleinen Einblick in die Serie zeigt der Trailer:

 

"Das letzte Wort"

 

Engelke, wohl keine fromme Kirchgängerin, die den  interreligiösen Dialog auch mal auf die Schippe nimmt, singt auf ihren gefährlichen Fahrradfahrten durch die Kölner City gern Kirchenlieder, z.B. "Näher, mein Gott, zu dir".

 

Sicher haben gerade Kirchenlieder die personale Gottesvorstellung der letzten Jahrhunderte geprägt, z.B. den lieben Gott, den zornigen Gott, den strafenden Gott etc. Freireligiöse haben sich schon früh gegen dieses Bild gewandt.  Jedoch: Die Zeiten ändern sich, deshalb   würde ich mir wünschen, dass wir den Wandel des Gottesbildes im aufgeklärten Christentum intensiver wahr nehmen und uns davor hüten, allen Gläubigen eine überholte Gottesvorstellung zu unterstellen. Es sind eher religiöse Fundamentalisten und naive Atheisten, die an der Vorstellung bzw. an dem Vorwurf  eines personalisierten Gottes fest halten.  Inzwischen zeichnet sich auch  in christlichen Kreisen ab: Der liebe Gott ist nicht lieb. Und Gott ist keine Person. Während sich Theolog*innen mit den Inhalten humanistisch/freigeistig/freireligiöser Weltanschauung/Glaubens beschäftigen, dürfen auch wir fragen: Was glauben Christen heute? Ein Beispiel:

 

Gottesbilder aus evangelischer Sicht

 

Dass auch Kinder und Jugendliche inzwischen eigene Vorstellungen zu Glauben und Religion haben, zeigt die aktuelle Shell-Studie. Demnach finden nur noch 4 von 10 Jugendlichen Religion und Glaube wichtig. Die, die glauben, wollen jedoch nicht religiös sein:

 

Glaube bei Jugendlichen

 

"Wenn Dreiecke denken könnten, würden sie sich ihren Gott dreieckig vorstellen"

Dieses Wort von Spinoza meint ja, dass Gott etwas von Menschen geschaffenes ist, nicht umgekehrt. Spinoza galt als "Erfinder" des Pantheismus.  Von einem Gemeindemitglied wurde ich auf eine interessante Radiosendung über Pantheismus hingewiesen. Die Sendung beschreibt beinahe die freireligiöse Welt- und Lebensanschauung, ohne Kritik am Pantheismus zu verschweigen. Sendung und Manuskript finden Sie hier:

 

Alles göttlich? Pantheismus reloadet

 

Meine Kurzbesinnung in Zeiten sog. Fake-News und Verschwörungsmärchen endet mit einer offenen Frage

 

   Kurzbesinnung Gensler

 

 

                 Dass Sie gut  in und durch den Herbst kommen,

 

                                    wünscht

 

                        Elke  Gensler

 

 

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Newsletter Nr. 11            27. August 2020

Ein Rätsel: man kann es nicht sehen und hören,  nicht riechen und schmecken, es lässt sich nicht anfassen. Trotzdem hat es ein eigenes Sein. Und es braucht einen Überträger.

Ist es das Virus?

Nein, es ist der Weltgeist, der den freiheitlichen Fortschritt der Geschichte regiert. Dieser Weltgeist steht im Zentrum des Denkens von Georg Friedrich Hegel. Er wurde heute vor  250 Jahren geboren. Ein Philosoph, der uns interessieren sollte: Für ihn war die Philosophie die Fortsetzung der Religion. Aber eine vernunftmäßig gereinigte Fortsetzung. Statt Gott also Vernunft! In kurzen 5 Minuten stellt sein Biograph den  freiheitsliebenden Meisterdenker vor und vergisst dabei nicht den Gegenwartsbezug :

 

Freiheit und Vernunft

 

Nicht nur wegen der schöneren Frisur steht mir Albert Einstein näher als Hegel. Im Gegensatz zu Hegel anerkennt der Physiker auch das Gefühl und verbindet damit Rationalität mit Mystik. Einstein prägte den Begriff "Kosmische Religion". Damit meint er eine Religion für Menschen, die dogmatischen Lehren und Institutionen skeptisch gegenüber stehen. Sehr wohl aber fühlen sie sich gegenüber einem "Weltganzen" verpflichtet (re-ligio). Ergänzend würde man heute vielleicht sagen: auch gegenüber den Menschenrechten.

Die Idee einer Meta-Religion, die alle Religionen überdacht (also eine Religion über den Religionen), ist nicht neu. Nicht zuletzt finden wir sie in der Freireligiösen Bewegung.

Eine winzige ganz seltene und lustige Filmaufnahme  mit Albert Einstein lässt sich hier anklicken :

 

Albert Einstein spricht Deutsch

 

Zu beiden Denkern passt die Freiheit des Geistes. Dazu eine minimale persönliche

 

   Kurzbesinnung Gensler

 

Bringt uns das Coronavirus an die Grenzen der Freiheit? Eine Corona-Maxime, die ich kürzlich las, frei nach Kant:

 

Handle stets so, dass du durch dein Handeln niemanden ansteckst.

Das ist kein Gehorsam. Das gebietet die Vernunft.

 

In diesem Sinne grüßt

Ihre

Elke Gensler

 

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Newsletter Nr. 10            13. August 2020

Manchmal beschreiben schlichte Worte erstaunliche Wahrheiten, z.B. der Satz des Philosophen und Mathematikers Whitehead:

 

Wissen hält nicht länger als Fisch

 

Genau diesen Eindruck erzeugen all die Widersprüche zum Thema Corona. Forscher widersprechen sich und einige  Menschen fragen: Kann man sich auf die Wissenschaft überhaupt verlassen? Das scheint in diesem sehr zweifelhaften Video deutlich zu werden, erschreckend finde ich die verzerrende Darstellung einiger Politiker*innen:

 

Glauben Sie nur offiziellen Quellen

 

Mir ist es wichtig zu betonen: Ja, Wissenschaft widerspricht sich zuweilen. Sie ist nicht unfehlbar. Sie ist zur Korrektur fähig. Und genau das ist ja die Stärke der Wissenschaft: ihre Einsichten können jederzeit durch neue Forschungen korrigiert werden. Absolute Wahrheit gibt es in der Wissenschaft nicht. Das unterscheidet Wissenschaft von Religion.

 

Am Freitag, den 14.August, beschäftigt sich im ZDF die Sendung "Aspekte" um 23.15 Uhr mit dem Thema "Sterben in der Coronakrise. Dazu die Pressemitteilung/

Die Schlussseqenz wurde im Friedhofspark der Freireligiösen/Freigeistigen Gemeinde Berlin  gedreht mit der Band Frida Gold. Die Sendung ist  nach der Ausstrahlung noch 2 Wochen abrufbar unter:


Sterben in der Coronakrise Mediathek ZDF

 

Vor kurzem dachten wir an den 1. Atombombenabwurf auf Hiroshima vor 75 Jahren. Der Gedenktag am 6.August erinnert an das millionenfache Leid, das Krieg und Aggression immer hervorruft. Es gibt eigentlich nur Opfer von Kriegen. Opfer, die einen Namen haben, Menschen, die voller Hoffnung, Sehnsüchten und Träume waren.

 

In diesem Zusammenhang ist  für unsere Gemeinde ein persönlicher Brief von Albert Schweitzer an unseren früheren Pfarrer Dr. Georg Pick  aus dem Jahr 1963 interessant. In diesem Brief warnt der Nobelpreisträger vor den Folgen der Atomwaffen. Im Brief an Pfarrer Pick  schreibt er ".... Wir müssen wieder zu einer geistigen Kultur kommen, in der das Humanitätsideal wieder an seinem Platz ist. Dies ist die rechte Waffe in dem Kampf gegen Atomwaffen...". Einen Abdruck dieses Briefes (und viele andere interessante Handschriften) finden Sie in dem soeben erschienenen Buch:  Eckhart Pick, Mainzer G/gestalten die Welt - Handschriftliches von A bis Z. Näheres zu diesem schönen Buch und ein Gespräch mit Prof. Eckhart Pick (Sohn von Georg Pick) hören Sie hier:

 

Gespräch mit Eckhart Pick SWR 2

 

Hier noch eine persönliche Erinnerung an Albert Schweitzer von Georg Pick aus dem Jahr 1965 anlässlich des Todes des Mediziners und Pazifisten:

           

  Kurzbesinnung Gensler

 

 

Herzliche Grüße

 

Ihre

Elke Gensler

 

 

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Newsletter Nr. 9    
       22. Juli 2020

Wie sah der Teppich (bzw. der Boden unter den Füßen)  in Ihrer Kindheit aus?

Diese ungewöhnliche Frage und viele andere stellt die Filmemacherin und Professorin Doris Dörrie ( bekannte Filme sind z.B. "Männer" oder "Kirschblüten") in ihrem letzten Buch "Leben-Schreiben-Atmen". Sie fordert auf, uns an scheinbar unbedeutende Ereignisse und Situationen zu erinnern und vielleicht aufzuschreiben. Daran zeigt sich: Jedes Leben ist einzigartig und ergibt ein buntes Mosaik aus unendlich vielen kleinen und großen Ereignissen. Ein persönlicher Kosmos tut sich auf.  

In einer aktuellen Aktion sitzt die Regisseurin in einer Telefonzelle und lässt sich per Anruf Corona-Geschichten erzählen. Ihre Frage:

Was hat sich durch die Corona-Krise für Sie  geändert? Was bewegt Sie in dieser Zeit?

Mehr dazu finden Sie hier:

 

Aus einer Telefonzelle

 

Ungern mache ich von "Corona" einen Gedankensprung zum Stichwort "Patientenverfügung". Dennoch hängen beide Themen leider zusammen, und es stellen  sich Fragen wie z.B. : Sollte ich an Covid-19 leiden, wünsche ich dann eine invasive Beatmung mit Intubation oder möchte ich lieber Morphium als medikamentöse Alternative? Hinweise zur Ergänzung einer persönlichen Patientenverfügung lassen sich in der Mitgliederzeitung der "Humanisten Baden-Württemberg" nachlesen (S. 26 ff) . Hier finden sich auch interessante Artikel über "Die Welt der Verschwörung" (S.1 ff).

 

Humanistische Rundschau 02/2020

 

Internationale Bilder aus dem Lockdown  zeigt dieses Video - eindrucksvoll vielleicht auch  für Menschen, die das Wort "Corona" nicht mehr hören mögen, dafür aber die Musik der Rolling Stones:

 

Living in a ghost town

 

Vom kleinen persönlichen Kosmos war oben die Rede. Über die Beziehung zwischen dem gewaltigen Kosmos der Natur und dem "moralische Gesetz", das in jedem Menschen verortet ist,  eine Kurzbesinnung, die diesmal ein wenig länger ist (zweieinhalb Minuten):

 

   Kurzbesinnung Gensler

  

Eine gute Zeit wünscht

 

Elke Gensler

 

 

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Newsletter Nr. 8    
       2. Juli 2020


"Nichts Schöneres unter der Sonne, als unter der Sonne zu sein..."

 Bei dieser Zeile eines Gedichts von Ingeborg Bachmann stockt mir mittlerweile etwas der Atem. Hieß es in früheren deutschen Sommern noch: "Hoffentlich scheint die Sonne und es regnet nicht",  hört man inzwischen 

"Hoffentlich scheint die Sonne nicht so heiß und es regnet mal wieder". Das Gedicht "An die Sonne", von der Dichterin eindrucksvoll vorgetragen, lässt sich hier nachhören:

 

An die Sonne

 

Das Motto der Zeit kann umfassend mit "Krise" beschrieben werden: Klimakrise, Wirtschaftskrise, Umweltkrise, "Black Lives Matter", Coronakrise und auch in den Kirchen kriselt es mit 500.00 Austritten. Dazu ein kritischer Kommentar aus kirchlicher Sicht:

 

Deutschland nimmt Abschied von Gott

 

Der italienische Philosoph Giorgio Agamben meint: Es ist, als hielte das religiöse Bedürfnis, das die Kirche nicht mehr zu befriedigen vermag, tastend nach einem anderen Aufenthaltsort Ausschau und fände denselben in derjenigen Religion, die längst zur wahren Religion unserer Zeit geworden ist: der Wissenschaft.

Im übrigen empfiehlt er, wir sollten uns in der Krise weniger sorgen, sondern mehr denken!

 

Symbol der Coronakrise: Die Maske. Gerade die Mainzer haben dazu einen besonderen Bezug...Die Maske im öffentlichen Raum - wen soll sie schützen: uns selbst oder die anderen? Masken bilden eine Barriere zur Außenwelt; sie trennen und separieren uns voneinander. Andererseits: Bisweilen werden die neuen Mund- und Nasenschützer mit einer Botschaft versehen oder auch als modisches Accessoire getragen.  Unbedingt: auch unter einer Maske sollte das Ansteckendste untereinander sein: ein Lächeln!

Über Symbolik und Bedeutung der Masken lässt sich recht kurzweilig auf einer dafür etwas ungewöhnlichen Website nachlesen:

 

Masken

 

Ohne jedes Krisenbewusstsein und auch ohne Maske überquert die Bärenraupe etwas leichtsinnig, aber zuversichtlich die stark befahrene Straße. Sie sieht nur das Grün auf der anderen Seite. Hier der kurze Text von Rudolf Otto Wiemer (1905-1998) -  im Hintergrund das Sonnenradmosaik unserer Feierhalle:


 Kurzansprache
                  (Bärenraupe) Kurzbesinnung Gensler

 

Dass Sie so sicher wie die Bärenraupe durch diesen Sommer kommen

wünscht

 

Elke Gensler


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Newsletter Nr. 7            17. Juni 2020

In wenigen Tagen ist  Sommersonnenwende. In diesem Jahr leider ohne unsere traditionelle Feier. Dennoch  findet die Sonnenwende statt!

 

Wie das Ereignis in der Bronzezeit mit Hilfe einer raffinierten Sonnenscheibe astronomisch erkannt wurde, beschreibt dieses kurze Video:

 

Sonnenwenden

 

Inzwischen gibt es den Vorschlag,  den Tag der Sommersonnwende am 21.Juni zum „Tag der Evolution“ zu erweitern. Schließlich ist die Sonne der Motor, die alle Evolution in Gang gesetzt hat und in Gang hält. Im übrigen wird der 21.Juni schon  als „Welthumanistentag“ begangen – wenn auch von der Öffentlichkeit eher unbemerkt.

 

Ein „Tag der Evolution“ am Tag der Sommersonnwende – vielleicht keine schlechte Idee, damit auch das Nicht-christliche Drittel der Bevölkerung einen fairen Anteil an der offiziellen Festkultur erhält. Vielleicht auch ein Termin, den aufgeklärte Christen gut mitfeiern können, nämlich solche – davon soll es im übrigen viele geben  - denen der Glaube an einen räumlichen Himmel längst abhanden gekommen ist und die auch sonst keine Probleme mit der Evolution haben.

 

Vor kurzem wurde in Düsseldorf ein  400m langer "Evolutionsweg" eröffnet. Hier lässt sich anhand von 20 Tafeln die Evolution sinnlich nachvollziehen: von der Entstehung der Sonnensysteme vor 4,6 Millionen Jahren, über die ersten Spuren des Lebens bis zum Landgang der Fische/Wirbeltiere. Zum Weg gehört eine eigene Internetseite, auf der sich Informationen aus der Biologie finden:

 

Evolutionsweg

 

Uns Freireligiösen ist die Sonnenwende Sinnbild für den Pulsschlag der Natur. Besinnen wir uns darauf, dass es in all der Bewegung Momente des Innehaltens, der Ruhe gibt: Dass wir uns aufgehoben wissen in dem großen Ganzen. Dass wir eingebunden sind in eine Ordnung, in der die großen Gesetze wirken, die von Menschenhand (hoffentlich)  nicht zerstört werden können.




 Kurzansprache
                    Sonnenwende Kurzbesinnung Gensler

 

Ich wünsche Ihnen eine schöne Sommerzeit

 

ELke Gensler

 


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Newsletter Nr. 6            29. Mai 2020

Phantastische Geschichten haben ja einen eigenen Reiz. Mit Erschrecken vernehme ich jedoch seit einigen Wochen:

Das Corona-Virus ist eine Erfindung von US-Firmengründer Bill Gates und seiner Frau – die lenken mit ihrem Geld einfach alles und wollen uns impfen, damit sie uns besser überwachen und abhängig machen können. Und das Schlimmste ist, alle hängen mit drin:  die Bundeskanzlerin, die Bundesliga, die Polizei, und meine Nachbarn gucken auch schon so komisch...

In Krisenzeiten, in denen uns die Kontrolle zu entgleiten scheint und wir uns oft als machtlos und ohnmächtig erleben, versuchen viele Menschen ihre Souveränität wieder zu erlangen und eine klare Linie zu finden. Sie suchen nach Etwas, das erklärt, was gerade los ist und woran man sich halten kann.

Aus in diesem Zusammenhang ungewöhnlicher Quelle - der Kirche! - lese ich dazu aufklärende Worte. Erstaunlich, da es in der Vergangenheit eher die Kirche selber  war, die merkwürdige Theorien über finstere Mächte  produzierte:

 

Verschwörungsgeschichten (https://www.br.de/nachrichten/kultur/alte-feindbilder-verschwoerungsmythen-in-corona-zeiten,RzVzK2q)

 

Da lobe ich mir doch ein Fest wie Pfingsten! Sie haben richtig gelesen: Pfingsten könnte - säkular/freireligiös  gedeutet - ein Fest des reflektierenden Geistes sein. Ein Fest der Vernunft also.

Dazu meine kurze Besinnung - rechtzeitig zu den Feiertagen:

 

 Kurzansprache
                    Pfingsten Pfingsten

 

 

Mit pfingstlichen Grüßen

 

Ihre

Elke Gensler



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Newsletter Nr. 5            20. Mai 2020

Morgen ist ein Feiertag. Dieses seltsame Wort „Himmelfahrt“ ist eine Metapher für den Mythos, also die Erzählung, die schon zu Ostern deutlich wurde: Dieser Jesus von Nazareth ist nicht im Nichts verschwunden. Er ist – bildlich gesprochen – nun an dem Ort, den man üblicherweise für den Ort des Göttlichen hält, im „Himmel“. Mag sein, dass in  Krisenzeiten wie der Corona-Pandemie vieles vorher Selbstverständliche ins Wanken gerät. So auch der traditionelle Glaube vieler Christen und ihrer offiziellen theologischen Lehrmeister. Das ist vielleicht nur ein frommer Wunsch. Der "Mainzer (Finther)Bub" Kardinal Müller lehrt leider das Gegenteil.

 

Einige irritierte Geister setzen abstruse Thesen über das Coronavirus in die Welt – und stecken damit andere Bürger und auch Politiker an. Wie kann das sein? Aberglaube, das haben schon die ersten Freireligiösen erkannt, verdirbt das menschliche Selbstbewusstsein und zerstört die vernünftige Kommunikation unter den Menschen, auch angesichts von Krisen.

 

Über Vertrauen und Zweifel hier eine Kurzbesinnung von mir. Es geht weder um die Abschaffung des Zweifels noch um  den naiven Glauben an alles, was man uns erzählt. Eher geht es um die Frage: Wer spricht? Und was sind seine Interessen dabei?


 Kurzansprache
                    „Vertrauen" Kurzbesinnung Gensler

 


Die Coronakrise wird ja gern als der größte dramatische Einschnitt nach dem 2.Weltkrieg gesehen. Wie damit im Alltag umgehen? Zwei humanistische Seelsorgerinnen bieten Gedanken und Experimente an, um einen bewussten Blick auf diese Zeit zu werfen. Nachzulesen unter:

 

Brief 1 Gefühle als Wegweiser

https://humanistisch.de/sites/humanistisch.de/files/humanistische-akademie-deutschland/docs/2020/05/brief_1_gefuehle_als_wegweiser.pdf

 

und

 

Brief 2 Spiel-Räume

https://humanistisch.de/sites/humanistisch.de/files/humanistische-akademie-deutschland/docs/2020/05/brief_2_spiel-raeume.pdf

 

Jetzt wollte ich mich eigentlich mit dem z.Zt. üblichen und auch wirklich so gemeinten  "Bleiben Sie gesund" verabschieden, wurde aber ermahnt:

 

Was ist mit jenen, die krank sind? Sind das Versager? Leute, die es nicht geschafft haben, die sich nicht auf der richtigen Seite halten konnten? Die Heroisierung und Glorifizierung von Gesundheit führt auf gefährliches Terrain. Niemandem, der seine Grüße mit dem "Bleiben Sie gesund!" glaubt anreichern zu müssen soll hier unterstellt werden, dass er dies nicht in netter Absicht tut. Doch das normierte Nachplappern im Corona-Sprech hat einen schalen Beigeschmack. Gut gemeint, aber ein bisschen billig.

 

Also verbleibe ich mit einem herzlichen Gruß bis zum nächsten Mal


Ihre  Elke Gensler


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Newsletter Nr. 4            4. Mai 2020

Ich grüße Sie aus einem Stück Normalität (heute gehe ich zum Friseur!) Aber:  Zu welcher Normalität wollen wir eigentlich zurück? Diese Frage stellt sich  mir im Moment. Eines scheint relativ sicher, dass es eine Normalität wie wir sie einst kannten, wohl so nicht mehr geben wird. Jetzt gibt es eine Zeit vor und nach Corona. Das wird unser Denken und Handeln voraussichtlich unter Berücksichtigung der gesellschaftlichen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen dieser Krise bestimmen.

 

Auch unsere freireligiösen Veranstaltungen werden "anders normal" sein. Möglicherweise werden wir uns alle mit Mundschutz wieder sehen - und trotzdem erkennen. Der Sänger Frauenlob am Mainzer Rheinufer ist vom Vermummungsgebot nicht ausgenommen:

 

   Frauenlob-Denkmal in Corona-Zeiten

 

Corona und Tod - beides hängt zum Glück nicht zwangsläufig zusammen. Dennoch ein Anlass, mal wieder über das Thema Tod nachzudenken. Vielleicht fällt uns das  im Mai leichter als im Trauermonat November. Denn: Charlie Brown: „Eines Tages werden wir alle sterben.“ Snoopy: Ja, das stimmt. Aber an allen anderen Tagen nicht.“

"Tot ohne Gott": einen Online-Vortrag des Philosophen Franz Josef Wetz am 5. Mai können Sie live verfolgen unter:

https://www.giordano-bruno-stiftung.de/meldung/tot-ohne-gott

Mittlerweile ist es schon viele Wochen her, dass Sie unsere schöne Mainzer Feierhalle betreten konnten. Diesmal  finden Sie unter diesem link eine Impression für eine Mini-Meditation:

 Kurz-Meditation Meditation

Passen Sie weiterhin auf sich auf

Ihre

Elke  Gensler


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Newsletter Nr. 3            23. April 2020

Jeder und jede nimmt diese Zeiten anders wahr, je nach Alter, Beruf, Arbeit, sozialer und finanzieller Position. Gibt es eine gemeinsame Einschätzung schon jetzt? Vielleicht etwa so: diese Pandemie kommt auch dann nicht an ein Ende, wenn sie vorbei ist. Welche "Normalität" wird es dann geben? Zu ahnen ist, dass wir z.Zt. einen Bruch in der Geschichte erleben.

 

Die Medizingeschichte weiß, dass es die großen Seuche wie Pocken, Cholera, Pest, Influenza etc. mit Millionen Toten weltweit immer schon gab. Ich möchte auf einen Vortrag hinweisen, der die Geschichte der Pandemien spannend erzählt:

 

https://www.swr.de/swr2/wissen/swr2-wissen-aula-2020-03-08-100.html

 

Vorerst finden in unserer Gemeinde keine Veranstaltungen statt. Einen winzigen Ersatz bietet eine weitere Mini-Feierstunde von mir


 Kurtsansprache
                    Pfarrerin Elke Gensler Kurzansprache

 

Ein Mut machendes typisches Mainzer Transparent habe ich am Hauptbahnhof gesehen:

 

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Bleiben Sie so optimistisch wie möglich,

das wünscht

 

Elke Gensler


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Newsletter Nr. 2            2. April 2020

Hallo zusammen,

 

das Gemeindeleben ruht im Moment.

Wie lange, ist ungewiss.

 

Sie selber haben wohl inzwischen Strategien entwickelt und wissen, was Ihnen in dieser kontaktarmen Zeit gut tut. Bis wir die gewohnte Nähe wieder leben können, muss die Balance zwischen Nähe und Distanz neu ausgelotet werden.

 

Um den Kontakt zur Gemeinde nicht zu verlieren, haben meine Kolleg*innen andere Wege gefunden, die ich Ihnen gern empfehle.

 

Die Landessprecherin der Humanisten Hessen Christiane Friedrich können Sie in einem Kurzinterview von HR 1 hören:

 

https://www.humanisten-hessen.de/2020/03/30/zum-nachhoeren-der-radiobeitrag-auf-hr1/

 

Anspruchsvolle Podcasts aus der Frei-religiösen Gemeinde Offenbach lassen sich über diesen link abrufen:

 

https://www.freireligioese-offenbach.de/podcast/

 

Eine Mini-Feierstunde aus dem Gemeindebüro Mainz von mir sehen Sie hier:


 Kurzansprache
                    Pfarrerin Elke Gensler Kurzansprache


Schließlich reiche ich gern einen aktuellen  Brief des BFGD-Präsidenten Siegward Dittmann als Anlage weiter.

 

Ich wünsche Ihnen ein gesundes Osterfest mit einer Empfehlung aus Holland:

                                   "Kauft Blumen, kein Toilettenpapier!"

 

Herzliche Grüße

Elke Gensler


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Newsletter Nr. 1            25. März 2020

Hallo zusammen,

 

ein herzlicher Gruß in diesen irritierenden Zeiten. Der dringende Wunsch: Bleiben wir gesund!

 

Ein einfacher Satz des Pulitzerpreisträgers Robert Frost (1874-1963) gibt Zuversicht:

"Ich kann das, was ich über das Leben gelernt habe, in drei Wörtern zusammenfassen: Es geht weiter"

 

Die Ausgangsbeschränkung bedeutet für einige von uns: wir  haben jetzt Zeit uns mit Ideen zu beschäftigen, die in unserem "normalen" Alltag eher keine Rolle spielen.

Unsere Veranstaltungen haben wir bis auf Weiteres abgesagt ( anders als im April-Heft "WoD" zu lesen sein wird.  Beim Abgabetermin für die Druckerei war die aktuelle Entwicklung noch nicht vorhersehbar). Unser Film/Gesprächskreis "Hoffnung Mensch" im April ist leider auch davon betroffen. Es gibt jedoch die Möglichkeit, diesen Film der "giordano bruno stiftung" online anzuschauen. Er ist es, finde ich, wert:

 

https://www.youtube.com/watch?v=C0On8bNBRMg

 

Wer sich per Podcast mit  spannenden Gesprächen über Wissenschaft und Philosophie beschäftigen mag, bekommt interessante Impulse vom "Institut für populärwisssenschaftliches Denken":


https://podcast.kortizes.de/

 

Wer Lust hat, in unsere freireligiöse Vergangenheit abzutauchen, kann sich eine verfilmte Version des Ronge-Briefs anschauen, im letzten Jahr anlässlich des Jubiläums von meinem Offenbacher Kollegen Pascal Schilling inszeniert und aufgeführt:

https://youtu.be/P_-Wh3vnafc


Zur Zeit sind wir im Ausnahmezustand.


Aber wir alle haben es in der Hand, die Krise am Ende zu einem Akt der Menschlichkeit zu machen.

 

Die Sonne macht Mut!

Achten Sie aufeinander,

 

das wünscht und sagt "bis bald!"

 

Elke Gensler


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